Studie Sauenfutter lüftet Geheimnisse aus dem Abferkelstall

Im Herbst 2017 führte ForFarmers NOVA ein, das neue Fütterungskonzept für Sauen. Ein neuer Ansatz, dem eine intensives Forschungsprojekt voranging. NOVA hat sich inzwischen in den Sauenställen etabliert. Das heißt jedoch nicht, dass wir nicht weiter forschen.

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Analyse des Geburtsprozesses und Totgeburtenrate

Die Wurfgrößen sind in den letzten Jahren weiter gestiegen, und damit auch die Zahl der totgeborenen Ferkel. In der Praxis liegt die Totgeburtenrate recht konstant bei 4 bis 8 Prozent. Sauerstoffmangel infolge eines zu langen Geburtsprozesses gilt als eine der Hauptursachen für eine erhöhte Ferkelsterblichkeit. Die Dauer des Geburtsprozesses wird im hohen Maße durch die Kontraktionen der Gebärmutter bestimmt. Doch welchen Einfluss können wir durch die gezielte Ernährung der Sau darauf nehmen? Das Nutrition & Innovation Centre (NIC) von ForFarmers untersuchte in einer Forschungsstudie, wie sich die Totgeburtenrate durch die Fütterung der Sau beeinflussen lässt.

Monitoring Geburtsprozess

Während eines Zeitraumes von vier Wochen wurde an zwei Standorten der Geburtsprozess von nahezu 150 Sauen überwacht. Dies erfolgte teilweise durch die Installation von Infrarotkameras. Das Projekt lieferte interessante Ergebnisse.

Zuletzt geborene Ferkel haben ein erhöhtes Risiko

Das Risiko von Totgeburten oder Ferkeln mit herabgesetzter Vitalität steigt vor allem ab dem 15. Ferkel stark an. Gegen Ende des Geburtsprozesses erhöht sich das Zeitintervall zwischen den Ferkeln, was ein möglicher Erklärungsansatz für die schlechtere Vitalität ist. Diese kann einen nachteiligen Effekt auf die Überlebenschancen dieser Ferkel nach der Geburt haben. Da diese Ferkel dann sehr schwach sind, nehmen sie natürlich auch weniger (schnell) Kolostrum auf.

Steißlage: negativer Einfluss auf Vitalität

Ein weiterer Risikofaktor besteht in der Geburtslage der Ferkel. Anhand der Videoaufzeichnungen wurde die Geburtslage der Ferkel aufgezeichnet. Die Auswertung ergab, dass Ferkel, die mit dem Kopf voran geboren wurden, vitaler waren als die in Steißlage geborenen Ferkel.

Einfluss der Parität

Zudem wurde untersucht, welchen Einfluss die Wurfnummer der Sau auf die Dauer des Geburtsprozesses, die Zahl der geborenen Ferkel und die Vitalität der Ferkel hat. Vom ersten bis einschließlich des sechsten Wurfs nimmt sowohl die Geburtsdauer als auch die Zahl der lebend geborenen Ferkel pro Sau zu. Ab der siebten Parität steigt die Totgeburtenrate und nimmt die Vitalität der Ferkel ab. Und obwohl die Wurfgröße ab dem siebten Wurf wieder abnimmt, verlängert sich die Dauer des gesamten Geburtsprozesses weiter.

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