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Von der Geburt zum Kolostrum

Tipps von Ihrem Berater Tipps von Ihrem Berater5-7-2021
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Gesunde Ferkelbestände von guter Qualität sorgen bei Sauenhaltern für mehr Arbeitskomfort und einen höheren Ertrag. Dies ist nur dann möglich, wenn die entscheidenden Grundlagen stimmen. Ein schneller Geburtsvorgang, vitale Ferkel, ausreichend Kolostrum von guter Qualität und eine optimale Kolostrumaufnahme sind wichtige Ausgangspunkte bei der Produktion von Qualitätsferkeln.

Was ist unter einem schnellen Geburtsvorgang zu verstehen?

Nach einer Tragezeit von mindestens 115 Tagen ist es wichtig, dass der Geburtsvorgang schnell geht. Von großer Bedeutung ist hierfür, dass die Sau ausreichend Energie hat, denn diese Energiemenge beeinflusst die Geburtsdauer positiv. Neben der Energie hat auch das Gewicht der Sau einen großen Effekt. Falls es erforderlich ist, sorgt unser spezielles Vorbereitungsfutter NOVA PreLakto für eine reibungslose Geburt. Der Geburtsvorgang dauert bestenfalls ca. 3 bis 5 Stunden, während der optimale Zeitraum zwischen den einzelnen Ferkeln bei 15 bis 30 Minuten liegt. Um den Geburtsvorgang zu optimieren, kann Geburtshilfe geleistet werden. Hier ist es wichtig, auf die Hygiene zu achten. Ein unruhiges Verhalten der Sau, vor allem während der Geburt, sorgt für einen längeren Vorgang des Abferkelns und erhöht das Risiko des Erdrückens.

Was ist Kolostrum und wozu dient es?

Kolostrum ist die erste Milch, die von der Sau produziert wird. Es ist entscheidend, dass die neugeborenen Ferkel innerhalb von 12 Stunden ausreichend Kolostrum aufnehmen. Denn in dieser Zeit nimmt die Antikörper-Konzentration in der Milch rapide ab. 6 Stunden nach dem ersten Säugen sinkt die Absorption der Antikörper aus dem Kolostrum, da die Darmschranke der Ferkel anfängt sich zu schließen. Nach 24 Stunden ist die Darmschranke vollständig verschlossen.
Das Kolostrum sorgt unter anderem für die Energie der Ferkel, die für die Temperaturregulierung von wesentlicher Bedeutung ist. Mangelt es an einer ausreichenden Kolostrumaufnahme, ist dies häufig die Ursache von Saugferkelverlusten in den ersten Lebenstagen.

Wann hat die Sau ausreichend Kolostrum?

Ferkel benötigen 250 g Kolostrum für ein solides Wachstum. Eine Aufnahme von 200 g Kolostrum pro Tag oder 180 g pro Kilogramm Geburtsgewicht ist dabei der Mindestbedarf, um das Ausfallrisiko zu verringern. Ausreichend Kolostrum ist deshalb für Ferkel lebenswichtig und relevant für eine erfolgreiche Ferkelaufzucht.

Welche Faktoren beeinflussen die Kolostrumproduktion?

  • Umgebung:
    Stressfaktoren für die Sau vor, während und nach der Abferkelung können sich negativ auf die Kolostrummenge auswirken. Sorgen Sie während der Hauptabferkelung für eine Temperatur von 23 bis 24 Grad Celsius. Die Temperatur kann anschließend Tag für Tag um 1 Grad Celsius gesenkt werden, bis die Wohlfühltemperatur der Sau mit 20 Grad erreicht wird.
  • Futter und Wasser: 
    Der uneingeschränkte Zugang zu frischem Futter und Tränkewasser ist für alle Sauen unerlässlich. Der Wasserbedarf einer säugenden Sau liegt bei 30 bis 50 Liter pro Tag.
  • Verhalten der Sau:
    Für eine schnelle Kolostrumaufnahme muss das Gesäuge sicher und einfach erreichbar sein. Die Sau muss ruhig auf der Seite liegen und einen guten Zugang zum Gesäuge gewähren. Es ist zu beachten, dass der Schutzkorb richtig eingestellt und auch die Zufuhr von Frischluft für die Sau gegeben ist.
  • Wurfgröße:
    Die Kolostrummenge pro Sau variiert und ist nicht von der Wurfgröße abhängig. Im Durchschnitt produziert eine Sau 3,7 kg Kolostrum. Bei einem Wurf mit mehr als 16 Ferkeln ist die Kolostrummenge demzufolge nicht mehr ausreichend, um die Ferkel mit der gewünschten Menge zu versorgen. Auch die Position am Gesäuge hat einen großen Einfluss darauf, wie viel Kolostrum das jeweilige Ferkel bekommt. Achten Sie deshalb darauf, dass kleine und später geborene Ferkel genügend Kolostrum aufnehmen können.

Kolostrummanagement: Wie können Sie die Kolostrumverteilung verbessern?

Nach Beginn des Geburtsvorgangs sinkt die Antikörperkonzentration im Kolostrum innerhalb von 12 Stunden um 50 %. Eine gute Verteilung des Kolostrums unter den neugeborenen Ferkeln ist vor allem dann erforderlich, wenn der Geburtsvorgang länger dauert. Die Grundlage bei der Kolostrumversorgung ist, dass die Sau gesund ist, sodass sie ausreichend Kolostrum produzieren kann.

Tipps für eine optimale Kolostrumverteilung:

1

Überprüfung der Kolostrumaufnahme: Das Ferkel muss innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt 100 g zugenommen haben.

2

Praktizieren Sie „Geteiltes Säugen“: Die erstgeborenen, großen Ferkel werden für eine gewisse Zeit separiert, um den kleinen, später geborenen Ferkel einen Platz am Gesäuge zu ermöglichen. Unser Team sorgt für eine individuelle Spezialberatung und unterstützt Sie gern bei der genauen Umsetzung dieser Technik.

3

Verdopplung des Geburtsgewichts: Das Geburtsgewicht muss sich nach 7 Tagen verdoppelt haben.

4

Fordern Sie einen Kolostrum-Score an: Mit dem Kolostrum-Score erstellen wir einen Querschnitt der Kolostrumaufnahmen Ihrer Ferkel. Auf der Grundlage des Scores erhalten Sie eine Analyse, aus der sich ergibt, ob die Ferkel ausreichend Kolostrum aufgenommen haben.

 

Welche Normen gibt es für die Aufnahme von Ferkelfutter vor dem Absetzen?

Neugeborene Ferkel werden ohne Immunität geboren, da die Sau im Mutterleib keine Antikörper über die Plazenta an die Ferkel weitergeben kann. Kolostrum sorgt für die Immunität und ausreichend Kolostrum guter Qualität verringert folglich die Ausfallrate. Außerdem sind weniger kleine Ferkel im Wurf zu vermerken sowie bessere Wachstumsergebnisse während der Säugezeit.