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Hohe Erträge und Qualitäten auf dem Grünland bei zunehmender N-Limitierung – Wie soll das gehen?

Sektor News Sektor News22-2-2022
Afbeelding: GRÜNLAND

Diese Frage beantwortete am vergangenen Dienstag Hubert Kivelitz, Grünlandreferent der Landwirtschaftskammer NRW im Rahmen eines kurzen Onlineseminars den Rinderspezialisten von ForFarmers.

Die Preise für Mineraldünger sind in den letzten Monaten explodiert, vor diesem Hintergrund kommt der Verbesserung der N-Effizienz von wirtschaftseigenen Düngemitteln eine immer größere Bedeutung zu.
 

Im Grünland können verschiedene Maßnahmen einen Beitrag zur Verbesserung der N-Effizienz leisten, hier die wichtigsten Punkte in der Zusammenfassung:

1

Einsatz bodennaher Ausbringungstechnik

  • Mit Schleppschuh- und Schlitztechnik können die gasförmigen Ammoniakverluste im Vergleich zur Breitverteiltechnik um bis zu 90 % reduziert werden.
  • Besonders effektiv bei Ausbringung in 10-15 cm hohe Bestände nach dem Schnitt.
  • Ab dem 1. Februar 2025 ist bis auf wenige Ausnahmen nur noch bodennahe Ausbringungstechnik zulässig.
2

Fließfähigkeit von Gülle erhöhen

  • Sehr gut fließfähige Gülle und Gärreste haben große Vorteile bezüglich der Futterhygiene und der N-Effizienz.
  • Effektiv ist die Separation von Gülle oder Gärresten.
  • Der Einsatz von Wasser macht aus Kostengründen nur auf hofnahen Flächen Sinn.
3

Ansäuerung von Gülle und Gärresten

  • Bei der Ausbringung wird dem Güllestrom Schwefelsäure beigefügt.
  • Durch die Absenkung des pH- Wertes der Gülle werden die Ammoniakemissionen stark reduziert bis nahezu vollständig vermieden.
  • Es wird eine pH-Wert Absenkung auf 5,5-6,0 empfohlen.
  • Im ökologischen Landbau ist der Einsatz von Schwefelsäure nicht zulässig.
4

Witterung

Das Wetter lässt sich leider nicht beeinflussen. Optimales Wetter zur Gülleausbringung sind aus Sicht der Futterhygiene und der N-Effizienz bewölkte, leicht regnerische Tage.

5

Bedeutung des pH-Wert und Pflanzenbestand

  • Ertrag und Qualität liefernde Gräser wie das Deutsche Weidelgras benötigen je nach Bodenart ein pH Optimum zwischen 5,5 und 6,5.
  • Leguminosen mögen einen pH noch über 6,5.
  • Die regelmäßige Kalkung des des Grünlandes ist unerlässlich um eine ertragreiche Pflanzengemeinschaft zu etablieren und um eine entsprechende Nährstoffverfügbarkeit sicherzustellen.
  • Eine regelmäßige Nachsaat mit Weidelgras ist zu empfehlen.
6

Einsatz von Güllezusatzmitteln

  • Verschiedene Güllezusatzmittel, wie z.B. Gesteinsmehle, Pflanzenkohle, Algenkalk, Mikrobenkulturen oder anderweitige Substanzen haben eine gewisse Verbreitung.
  • Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft lassen sich keine signifikanten Einflüsse auf die Eigenschaften der Gülle nachweisen.