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„Sparsames Fahren bringt so viel Ruhe“

22-1-2020

Nick Major - Director Corporate Affairs und verantwortlich für Nachhaltigkeit bei ForFarmers - führt öfters Gespräche mit Kollegen darüber, wie sie sich bei ihrer Arbeit mit Nachhaltigkeit beschäftigen und dadurch ForFarmers als nachhaltiges Unternehmen Form geben. Diesmal spricht er mit Erik Holterman, der bereits seit rund 22 Jahren für ForFarmers in der Region Ost-Niederlande als Silofahrzeugfahrer tätig ist.

Erik Holterman (links) und Nick Major im Gespräch.
Erik Holterman (links) und Nick Major im Gespräch.

Nick: „Was ist ‚Nachhaltigkeit‘ für Dich?“
Erik: „Das erste, woran ich denke, ist ein so sparsamer Umgang mit Kraftstoff wie möglich und dass man sorgfältig mit dem Truck umgeht. Als ich anfing, wurde eigentlich nur eine Sache angestrebt, nämlich viele Tonnen pro Stunde zu liefern, so viel wegzuschaffen wie möglich - egal wie. Um 2003 wurde über Kraftstoffeinsparungen gesprochen. Wir wurden geschult und mein damaliger Vorgesetzter sagte voraus, dass wir mindestens 5 Prozent sparsamer fahren würden. Wir hatten unsere Zweifel, doch er hat Recht behalten.“

Nick: „Du musstest also an Deinem Fahrstil arbeiten. Wie fandest Du das und wie fanden es die Kollegen?“
Erik: „Anfangs gab es einigen Widerstand. ‚Ich fahre schon so lange unfallfrei, warum muss ich etwas ändern?‘, war eine häufige Reaktion. Während des Kurses lernte man, vorausschauend zu fahren, früher das Gaspedal loszulassen, Abstand zu halten und diese Dinge. Daran mussten wir uns gewöhnen und man hörte regelmäßig: ‚Ich komme nicht voran.‘ Doch ich merkte sehr schnell, dass mir diese Fahrweise viel mehr Ruhe bringt. Ich habe mehr Übersicht, bin weniger gehetzt, muss weniger oft plötzlich bremsen. Ich kam weniger müde nach Hause.“

Ein Wettkampf mit Dir selbst

Das Dashboard gibt unmittelbares Feedback.
Das Dashboard gibt unmittelbares Feedback.

Nick: „Konntest Du auch einen Effekt auf den Kraftstoffverbrauch erkennen?“
Erik: „Beim Team Meeting wurden uns die Zahlen pro LKW gezeigt. Wenn man also auf einem ‚eigenen‘ LKW fuhr, konnte man erkennen, wie man fuhr. Häufig fahren jedoch verschiedene Fahrer auf einem LKW. Einige Jahre später kamen die Bordcomputer in die LKW, die den Fahrstil registrieren und eine Schulnote dafür vergeben. Damit wurde pro Fahrer ersichtlich, wie dessen Fahrleistung war.“

Nick: „Was passiert dann mit diesen Schulnoten?“
Erik: „Zuerst wurden sie im Team Meeting vorgelegt. Jetzt werden sie in der Arbeitsbesprechung mit dem jeweiligen Vorgesetzten besprochen. Im eigenen HR-Jahreszyklus ist auch eine Zielsetzung enthalten, beispielsweise, dass man mindestens eine 8,5 erreichen muss. Wir haben jetzt eine App auf dem Handy, die mit dem Bordcomputer verknüpft ist. Darin ist sofort die Bewertung bezüglich einiger Punkte zu sehen, wie gleichmäßiges Fahren, Bremskraft, Drehzahl und Verbrauch. Ich empfinde es als sportlichen Anreiz, meine Noten ständig zu verbessern.“

Nick: „Und klappt das auch?“
Erik: „Nicht immer und das ärgert mich schon ziemlich. Es hat aber auch mit der Art der Fahrten zu tun, die man hat. Auf langen Strecken kann man viel sparsamer fahren als auf kurzen Strecken. Und wenn man an mehreren Adressen innerhalb einer Fahrt entladen muss, sinkt der Wert ebenfalls.“

Die kürzeste Strecke ist nicht immer die effizienteste

Nick: „Kannst Du, außer über Deinen Fahrstil, noch anderweitig Deinen Kraftstoffverbrauch senken?“
Erik: „Ja, auch die ausgewählte Route ist entscheidend. Eine Route mit vielen Kreisverkehren ist vielleicht die kürzeste Strecke, aber nicht die effizienteste. Sie fährt sich auch sehr unruhig und die Reifen verschleißen schneller. Und beim Entladen versuche ich immer, so nah wie möglich am Silo zu parken, sodass ich einen kurzen Schlauch nutzen kann. Je länger der Schlauch, desto mehr Kraftstoff kostet das Entladen. Außerdem kostet es dann auch wieder mehr Zeit und die Qualität der Pellets kann darunter leiden. Aber das kann ich nicht immer beeinflussen. Die Situation beim Landwirt auf dem Hof steht fest. Und nicht zu vergessen: Nachhaltigkeit spielt bei uns auch bei der Wartung der LKW eine Rolle. Darüber waren wir uns früher weniger bewusst, wir fuhren lieber einfach weiter. Und mit einer guten Wartung halten wir die Kosten unter Kontrolle und das ist schließlich auch in unserem eigenen Interesse.“

Nick: „Sprechen Dich Landwirte auch auf Dinge wie Nachhaltigkeit oder Umwelt an?“
Erik: „Selten, nur kürzlich, bei den Protesten der Landwirte, hörte ich von verschiedenen Landwirten, dass sie es sehr schätzten, dass ForFarmers sie darin unterstützt. Ich bin übrigens sehr neugierig, wie man auf die Pläne der niederländischen Regierung reagieren wird, das Stickstoffproblem über das Futter anzugehen. Doch darauf wird mich kaum ein Landwirt direkt ansprechen.“

Eine Belohnung für gutes Verhalten

Nick: „Beschäftigst Du Dich zu Hause auch mit Nachhaltigkeit?“
Erik: „Durch meine Arbeit fahre ich privat auch sparsamer, das vor allem. Außerdem versuche ich, Dinge nicht zu schnell wegzuwerfen oder sie wiederzuverwenden. Abfall trenne ich auch, aber das ist doch normal, oder? Und, oh ja, ich habe Sonnenpaneele auf dem Dach.“ 

Nick: „Findest Du, dass ForFarmers genug über Nachhaltigkeit kommuniziert, dass Mitarbeiter ausreichend einbezogen werden?“
Erik: „ForFarmers beschäftigt sich schon damit, finde ich, und es wird versucht, alle auf den richtigen Weg zu bringen. Doch der Schwerpunkt liegt dabei bei jedem anders. Die meisten Leute sehen zwar ein, dass es wichtig ist, doch wenn sie dafür zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssen, sind sie oft gleich nicht mehr dabei. Eigentlich sollte ein ordnungsgemäßes Verhalten stimuliert werden, beispielsweise mit einem freien Tag oder einem Teamausflug oder so. Das machen wir bei den Landwirten schließlich auch. Ein Landwirt, der zu spät bestellt, bekommt keine Strafe, aber wenn er rechtzeitig bestellt, bekommt er einen Rabatt.“

Erik Holterman (links) und Nick Major in der Kabine.
Erik Holterman (links) und Nick Major in der Kabine.