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Tipps und Tricks für den Bau eines Legehennenstalls

Wussten Sie, dass ...? Wussten Sie, dass ...?3-2-2020
Afbeelding: ToT-Prüllage-B2a-CDL

Auf dem Betrieb von unserem Kollegen, Jan Prüllage, den er im Nebenerwerb bewirtschaftet, gab es bis vor kurzem noch Schweinemast in älteren Ställen. Diese Ställe wurden jetzt durch einen neuen Legehennenstall ersetzt.
Hauptberuflich ist Jan ebenfalls seit dem 01. September 2019 vom Sektor Schwein in den Geflügelbereich gewechselt. Quasi im Tausch mit der vorhandenen Ferkelaufzucht/Schweinemast konnte er jetzt auch die Idee einer eigenen Legehennenhaltung realisieren.
Wir haben mit Jan Prüllage gesprochen, um ihn nach seinen persönlichen Tipps und Tricks zum Thema Stallbau, Haltung und Fütterung zu fragen.

Was war der Grund für einen Neubau?
Die Ställe waren zum Aufziehen und Mästen von Schweinen in die Jahre gekommen und es wäre eine grundlegende Renovierung der Ställe oder ein Neubau nötig gewesen. Außerdem wäre es emissionsmäßig nicht möglich gewesen, an meinem Standort einen zusätzlichen Legehennenstall zu bauen. Mit der Vorgabe, die Mast aufzugeben, war die Baugenehmigung aber kein Problem, weil die betrieblichen Gesamtemissionen nicht gestiegen sind.

Hast Du Tipps und Tricks zum Thema Stallbau? Was sollte man beachten und worauf kommt es an?
Die Reihenfolge ist auf jeden Fall entscheidend. Man sollte sich vorher gut vorbereiten, informieren und sich mit der Materie auseinandersetzen. Abhängig vom Landkreis sind manchmal spezielle Gutachten wie z.B. Emissionsgutachten oder Umweltgutachten nötig. Zu Beginn sollte man erst das Gespräch mit einem Bauplaner suchen, der solche Ställe plant und zeichnet. Dieser wird sich mit dem Thema gut auskennen. Ein weiterer Schritt ist dann das Gespräch mit den Behörden und den Instituten, um zu erfahren, was möglich ist und wo einem die Grenzen gesetzt werden. Als angehender neuer Legehennenhalter sollte auch nicht vergessen werden, nach möglichen Förderungen zu fragen, da gerade Hühnerställe finanziell gefördert werden. Auch der Absatz darf nicht in Vergessenheit geraten, denn dieser sollte bestmöglich gesichert sein, bevor es für die Eier später keinen Abnehmer gibt. Sicher ist es außerdem wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, in welche Richtung man gehen möchte, ob EU-Bio, Verbandsware-Bio, Bodenhaltung oder Tierschutz geprüft konventionell.

Wie hältst Du denn Deine Hühner?
Freilandhaltung, konventionell. Unser neuer Stall hat Platz für knapp 15.000 Legehennen. An Freilauf stehen den Tieren 4 qm pro Henne zur Verfügung. Der jetzt fertiggestellte Stall ist 35 x 80 m groß, davon sind 5 m je Längsseite Wintergarten. An beiden Längsseiten schließt sich an den Wintergarten außerdem noch ein überdachter Außenbereich von 5 m Breite an. Am 24.01.2020 ging es dann endlich los. Meine ersten Hennen sind im Alter von 17 Wochen und 3 Tagen in den Stall eingezogen. In den ersten zwei Wochen sollen sie sich erstmal an den Stall gewöhnen. Und dann, ab der dritten Woche, geht es ab nach draußen!

Wie macht sich der Wechsel von der Schweinemast zu den Legehennen bei Dir bemerkbar? In wie weit verändert sich Dein Tagesablauf?
Die Arbeit sollte weniger werden. Ein Schweinemaststall macht unglaublich viel Arbeit in Puncto Fütterung, Durchgangskontrolle und Abliefern der Schweine. Im Hühnerstall werde ich mit einer Angestellten zusammenarbeiten. Darüber hinaus werde ich von meiner Familie unterstützt. Es ist eine ziemlich einfache und vor allem saubere Arbeit. Die Eier werden auf dem Fließband kontrolliert, zertifiziert und verpackt. Man ist somit nicht im Stall, sondern in der Verpackungshalle. Das Schöne ist, dass die Technik bei den Hühnern sehr ausgereift ist. So habe ich die Wasserqualität immer im Blick und weiß auch, wie viel die Tiere im Schnitt fressen und trinken. Die Rundgänge durch die Ställe werde ich aber morgens und abends beibehalten, auch um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist.

Wie fütterst du Deine Hühner?
Ich füttere mit Split Feeding. Von dem Konzept bin ich persönlich sehr überzeugt. Man hat zum einen das Morgenfutter, welches sehr proteinreich und energiereich ist. Auch der Phosphorgehalt ist hier erhöht. Damit wird gezielt die Bildung des Ei-Inneren unterstützt, sprich Eigelb und Eiweiß. Am Nachmittag ist das Futter deutlich energieärmer, aber dafür umso Calciumreicher, abgestimmt auf die Bildung einer möglichst festen Eischale. Diese Vorgehensweise ist dem natürlichen Zyklus der Legehenne bei der Eibildung nachgebildet. So wird der Organismus des Huhns kaum belastet. Die Vorteile sind eine längere Lebensdauer der Hennen, mehr vermarktungsfähige Eier und eine Senkung der Futterkosten durch eine bedarfsgerechtere Nährstoffversorgung der Tiere.

 

Haben Sie auch ein Stallbauprojekt?

Jan Prüllage steht Ihnen als direkter Ansprechpartner sehr gerne jeder Zeit zur Verfügung und kann Ihre zukünftigen Projekte gerne unterstützen.
Bei Fragen melden Sie sich gerne unter: 0151 117 62 23 4