For the Future of Farming
09-03-2017

Magengeschwüre - eine Frage des Mahlgrades?

Mahlgrad und Darmgesundheit

Studien der dänischen Universität Aarhus haben gezeigt, dass 30 % der Mastschweine und 50 % der Sauen Magengeschwüre haben (Studie aus 2013). Lange Zeit galt die Empfehlung, Rohstoffe für eine bessere Verdauung fein zu mahlen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass dies nicht (ganz) der Wahrheit entspricht.

Der Mahlgrad der Rohstoffe hat großen Einfluss auf die Darmgesundheit und damit auf die biologischen Leistungen. Zu dem Zusammenhang wurden bereits zahlreiche Studien durchgeführt. So gelangte Schulz bereits im Jahr 1990 zu dem Ergebnis, dass sich die Verdaulichkeit der Stärke in Gerste um 2 % verbessert, wenn der Siebdurchmesser von 3,5 mm auf 2,0 mm reduziert wird. Die Verdaulichkeit von Stärke in Weizen verbesserte sich dabei um 3 %. Gleichzeitig stieg Proteinverdaulichkeit von um 1,9 % bei Gerste und 2,9 % bei Weizen. Darum werden vor allem die für die Ferkelfutterproduktion verwendeten Rohstoffe häufig fein gemahlen. Dies ist besonders bei eiweißreichen Rohstoffen von großer Bedeutung.

Magengeschwüre
Fein gemahlene Rohstoffe haben jedoch auch Nachteile: Die Verbindung zur Entstehung von Magengeschwüren ist nämlich groß. Die Ursache liegt darin, dass fein gemahlenes Futter im Magen eine gleichmäßige, dünne Suppe bildet. Der pH-Wert sinkt dann im gesamten Magen. Auch im obersten Teil des Magens, in dem die Schleimhaut nicht säurebeständig ist. Daher entstehen Magengeschwüre häufig am Mageneingang.

Mageninhalt Mahlgrad
Abb. 1: Links ein Magen mit fein gemahlenem Futter, rechts mit grob gemahlenem Futter.

Gröber zu mahlen sorgt dafür, dass der pH-Wert des Futterbreis im oberen, empfindlichen Teil des Magens etwas höher ist, sodass hier keine Irritationen auftreten. Der pH-Wert des Futterbreis weiter unten im Magen ist dagegen niedriger (saurer). Dies erklärt außerdem, warum das grober Mahlen von Futter eine effektive Möglichkeit gegen Salmonellen sein kann, da Bakterien durch den geringeren pH-Wert effektiver abgetötet werden. Außerdem sorgt das gröbere Futter für mehr Substrat im Dickdarm.

Grob gemahlen vs. fein gemahlen
Schweine haben daher einen Bedarf an Struktur im Futter. Es wäre jedoch unklug, das gesamte Futter gröber zu mahlen, weil dies einen negativen Effekt auf das Ergebnis hat. Ein Test mit Mastschweinen bei Schothorst Feed Research (NL) zeigt, dass die Futterverwertung bei vollständig grob gemahlenem Futter im Vergleich zu fein gemahlenem Futter von 2,49 auf 2,55 steigt. Das gesamte Futter grob zu mahlen ist deshalb nicht wünschenswert. Im gleichen Test wurde auch fein gemahlenes Futter mit einem Zusatz von 5 % grob gemahlenem Sonnenblumenschalen gefüttert. In dieser Testgruppe betrug die Futterverwertung 2,45. Futter mit einem geringen Prozentsatz an grob gemahlenen Rohstoffen liefern deshalb das beste Ergebnis. Es ist dabei nicht das Ziel, den Anteil an gröberen Bestandteilen zu erhöhen, sondern vor allem, den Anteil an fein gemahlenen Bestandteilen zu verringern.

Weniger Magengeschwüre
In einem der ForFarmers-Testbetriebe führten wir vor Kurzem den folgenden Test durch: Ein Teil der Gerste wurde grob gemahlen. Der Rest der Rohstoffe wurde fein gemahlen. Anschließend wurde das Futter pelletiert. Die Testgruppe mit der grob gemahlenen Gerste zeigte das gleiche Wachstum, die gleiche Futteraufnahme und Futterverwertung als die Kontrollgruppe. Der Wert für die Magengeschwüre war jedoch deutlich geringer (ein Wert von 2,6 zu 4,1 auf einer Skala von 0-7).

Schlussfolgerung
Der richtige Mahlgrad der Rohstoffe ist für die Darmgesundheit Ihrer Schweine und damit für die technischen Ergebnisse sehr wichtig. Analysieren Sie deshalb den Mahlgrad Ihrer Rohstoffe. Eine Siebprobe liefert erste Anhaltspunkte. Für eine genaue Einschätzung ist es möglich, eine Siebanalyse im Labor durchführen zu lassen.

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