For the Future of Farming
01-11-2017

Hektolitergewicht - ein aussagekräftiger Indikator?

Afbeelding: ForFarmers_Hektolitergewicht vs Qualität Getreide

Häufig wird das Hektolitergewicht zur Beurteilung der Getreidequalität verwendet. Landläufig wird davon ausgegangen, dass ein höherer Energiegehalt des Getreides durch ein höheres Hektolitergewicht gekennzeichnet ist. Doch ist diese Annahme haltbar? Die Analyse von mehr als 200 Getreideproben brachte neue (alte) Erkenntnisse.

Das Hektolitergewicht eines Produkts ist das Gewicht eines Hektoliters (100 L) dieses Produkts. Das Hektolitergewicht wird beeinflusst durch u.a. die Größe, die Schüttdichte, die Sorte, die Wachstumsbedingungen und den Feuchtegehalt des Produkts.

Messergebnisse mit hoher Varianz

Mehr als 200 Weizen- und Gersteproben standen auf dem Prüfstand. Neben dem Hektolitergewicht wurde auch der Nährwert ermittelt.

Die graphische Auswertung der Daten lässt erkennen, dass die Variation sehr groß ist und das Hektolitergewicht nicht 1:1 auf den Stärkegehalt übertragbar ist. Vielmehr zeichneten sich die Proben durch eine hohe Varianz aus. Versucht man die Punkte mit einer Linie zu verbinden, deutet sich eine leicht steigende Tendenz an, aber der Korrelationseffizient ist sehr gering.

Fazit

Das Hektolitergewicht dient lediglich als grober Indikator für das Aufspüren von Extremen. Eine Spitzenqualität wird niemals einen sehr niedriges Hektolitergewicht aufweisen und Getreide mit einem sehr hohen Hektolitergewicht wird nicht über einen sehr niedrigen Nährwert verfügen. Im breiten Mittelfeld lässt sich jedoch keine verbindliche Relation zwischen Hektolitergewicht und Nährwert herstellen. Ein hohes Hektolitergewicht ist kein Garant für eine hohe Qualität.

Die Analyse der Getreide im Labor bietet eine zuverlässige Bewertung. Hierfür kann beispielsweise eine NIR-Analyse (Nahinfrarotspektroskopie) angewendet werden.

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